Historie
Frau Sabine Tannert, zweite Vorsitzende und Gründungsmitglied
des Schulfördervereins erinnert sich:
1988 wurde im damaligen Bezirk Halle die Spezialschule mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Richtung gegründet. Ein Internat gehörte zur Schule und war dem damaligen Schulleiter Herrn Kammel unterstellt. Die Schüler wurden in der 8. Klasse von ihren Lehrern, bezirksweit zu den dreitägigen Aufnahmeprüfungen delogiert. Es wurden Klausuren in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik geschrieben. Die Schüler waren fast alle in ihren bisherigen Schulen all die Schuljahre unterfordert und von ihren Mitschülern als Streber und Sonderlinge mehr oder weniger verachtet. Nach dem schriftlichen Teil gab es noch ein Prüfungsgespräch. Aus 150 Bewerbern wurden nach der schriftlichen Prüfung ungefähr 80 ausgesucht und nach der mündlichen Prüfung wurden 54 Kinder zugelassen. Die Schüler kamen also in die 9. Klasse, waren 14, 15 Jahre alt. Mein ältester Sohn kam 1989 September ins diese Schule. Es gab einen total anderen Lehrplan als an den anderen Oberschulen. Straffere Stofffassung in den nichtnaturwissenschaftlichen Fächern, d. h. weniger Stunden bei gleichem Inhalt. In den Naturwissenschaften und Mathe gab es mehr Stunden und mehr Unterrichtsinhalte. Die begabten und interessierten Schüler waren dankbar für den anspruchsvollen Unterricht, endlich nicht mehr 6 Stunden langweilen in der Schule. In den Sprachen gab es Gruppenunterricht. Es war das, was sich die Jugendlichen gewünscht hatten, anspruchsvollen Unterricht mit wissenshungrigen Gleichgesinnten auch. Nach der Schule noch vertiefende Angebote. Es gab noch das Fach „Wissenschaftlich praktische Tätigkeit“ obligatorisch für alle Schüler, hierfür sollten interessante Themen gefunden werden, Arbeitsgruppen, die Schüler mit einbeziehen.
Dann kam 1989 im November die Wende, erst lief ja alles fast wie gehabt weiter, dann kamen aber Veränderungen, die nicht immer positiv für die Schule waren.
Engagierte Eltern haben so ab 1991 den Vorschlag gemacht einen Schulverein zu gründen. Keiner hatte irgendwelche Erfahrungen damit. Vor allem die Möglichkeiten der Hochbegabtenförderung sollten verbessert werden. Die Zusammenarbeit mit der Uni Halle und Pädagogischer Hochschule und der Hochschule Merseburg sollten geknüpft werden, durch eine Zusammenarbeit mit Betrieben sollten Schüler die Möglichkeit erhalten in Arbeitgruppen mit zu arbeiten. (daraus entstanden die heutigen Wp-Arbeiten ). Und man wollte versuchen vor allem Sachspenden zu bekommen, um die Schule besser auszustatten. Hier wurden Erfolge erzielt: Es entstand eine Zusammenarbeit mit der Uni , Pädagogische Hochschule, Fachhochschule Merseburg und anderen Betrieben in Bitterfeld, Wolfen, Buna sowie Leuna unter anderem.
Gründung des Schulfördervereins:
Der Verein der Freunde und Förderer des GCG wurde 1992 von Herrn Prof. Dr. Lorenz (Geschäftsführer) Herrn Dr. Rathgen (Vorsitzender), Herrn Kammel und Frau Dr. Abeßer gegründet Erste Mitglieder waren Herr Dr. Müller, Frau Schemmerling und Frau Tannert. Es gab noch einige wenige Eltern, insgesamt waren nicht mehr als 15 Personen im Verein. Die Schule befand sich damals noch in Landesträgerschaft. Wir waren damals einer der ersten Schulvereine die sich gründeten. Deshalb hat es von 1991 bis 1992 gedauert. Bei der Anmeldung gab es einige Hürden zu überwinden weil die Sachbearbeiter auf den Ämtern auch nicht so recht wussten welche bürokratischen Hürden genommen werden müssen. Wir waren davon ausgegangen, dass das Gymnasium unter " westlichen " Bedingungen ob seiner erbrachten Leistungen weiter gefördert wird. Aber es war anders, das Gymnasium selbst, weil zu DDR- Zeiten gegründet, als auch das Profil standen bei der ersten Umgestaltung der Bildungslandschaft zur Disposition. So war es die erste Aufgabe des Vereins gemeinsam mit allen Eltern um den Erhalt des Gymnasiums zu kämpfen.
Der Erhalt der Schule konnte erreicht werden. Die Schule wurde das Georg-Cantor-Gymnasium und kam nach einigem hin und her in kommunale Trägerschaft. Es war die Aufgabe der Eltern sich in der nächsten Zeit vor allem für den Erhalt des Profils einzusetzen. Auf Grund dieser von außen auferlegten Probleme kamen oft innerschulische Aufgaben oft zu kurz. Zu dieser Zeit wurde auch die Uni und Pädagogische Hochschule zusammengelegt. Alle gerade geknüpften Verbindungen mussten neu aufgebaut werden. Viele der ursprünglichen Partnerbetriebe wurden aufgelöst. So war alles bisher Aufgebaute kaputt, man musste von vorn, unter neuen Bedingungen beginnen. Da die Kinder der Vereinsgründer die Schule verließen und auch viele Eltern sich beruflich veränderten und Halle verließen, gab es eine Ruhrphase im Vereinsleben. Vor allem Herr Kammel hat sich in dieser Phase um den Erhalt des Vereins gekümmert und neue aktive Mitglieder gesucht. Es gab personelle Veränderungen. 1995 wurde ich als Vorsitzende gewählt. Herr Kammel war Gesachäftsführer. Herr Dr. Müller und Frau Schemmerling waren im Vorstand. Mitglieder gab es kaum noch. Zu den Mitgliederversammlungen waren meist genau die Vorstandmitglieder anwesend oder vielleicht 7 Personen. Mitglieder werben war noch schwieriger als heute, denn fast alle Eltern waren durch die gesellschaftlichen Veränderungen zwangsweise mit sich selbst beschäftigt. Die Meisten gingen davon aus, dass Bildung Sache des Staates ist und Vereine nur für Sport was taugen. Die Aufgabe bestand darin wieder neue Kontakte zu knüpfen. Es ist gelungen einen Kooperationsvertrag Universität–Schule zu gestalten. Unterstützung beim Aufbau des Internetzugangs der Schule – Kontakte zur Leopoldina, Kontakte zu Betrieben und Einrichtungen (z.B. Sparkasse Halle) wurden aufgebaut Viele Sachspenden über Eltern, Ausrüstungsgegenstände für Physik, Chemie Biologie (Herr Dr. Leine für Chemie, Herr Dr. Tannert für Physik). Weitere Themen waren wie auch noch Heute die Ünterstützung von Wettbewerben, die Unterstützung für Schüler bei Jugend forscht, wissenschaftliche Vorträge an der Schule.
1996 gab es dann den ersten Cantorpreis. Die Idee kam aus dem Vorstand. Preisträger bisher waren: 1996 Robert Strich, 1997 Andreas Tannert, 1998 Martin Schulze, 1999 Stephan Diestelhorst, 2000 Torsten Stüber, 2001 Lars Kasper, 2002 Marianne Hörnke, 2003 Susanne Havranek. Seit 1995 Werbung bei den Eltern, Teilnahme mit kleiner Rede am ersten Elternabend der neuen Schüler Aufrufe gemeinsam mit dem Elternrat Dr. Laubner wird Stellvertr. Vorsitzender des Vereins Frau Dr. Schneider Geschäftsführerin, Herr Kammel scheidet aus. Ab 1996 werden Schulfeste ins leben gerufen. Die Schulfeste gehen zwei Tage Freitag Nachmittag, Samstag – Sport, Spiel, Theateraufführungen der Schüler, Wissenschaftliches Forum am Samstag Vormittag, Konzert, Disko) zwei Jahre organisiert von A. Tannert.
Gemeinsam mit dem Elternrat hat der Förderverein nach Übernahme in kommunale Trägerschaft für eine Unterstützung der Stadt für unser Gymnasium gekämpft. Die Vorsitzende des Vereins Frau Tannert und Herr Dr. Laubner als Elternsprecher haben in Gesprächen mit allen Fraktionen und dem Bildungsausschuss der Stadt Halle erreicht, dass das Gymnasium in die Liste für den Schulentwicklungsplan der Stadt Halle aufgenommen wurde und die Stadt Halle, bzw. ihre Politiker, die Existenz dieses besonderen Gymnasiums in ihrer Stadt besser wahrnahmen. Durch die personelle Verknüpfung Schulleitung, Elternrat, Verein lassen sich die stattgefundenen Aktivitäten schwer den jeweiligen Institutionen zuordnen.
Seit die Schule Gymnasium wurde und ab Klasse 5 aufnehmen durfte, musste dafür gesorgt werden, dass das Gymnasium bekannt wird und es jährlich genug Bewerber gibt. Dies hat der Verein unterstützt durch viele Gespräche mit Eltern an Grundschulen, mit Uni-Angehörigen und so weiter. Von Anfang an haben wir versucht über persönliche Gespräche, Aufrufe und Teilnahme an Elternabenden neue Mitglieder zu gewinnen und Eltern zu überzeugen, dass es um Forderungen durchzusetzen gut ist einen mitgliederstarken Verein zu haben.
Im Jahr 2002 wurde der Schulförderverein des Georg-Cantor-Gymnasiums umorganisiert und neu gegründet. Herr von Hesler verstärkte den Vorstand. Seitdem hat die Mitgliederzahl erfreulicher Weise auf mehr als 120 Mitglieder zugenommen. Sie stagniert zur Zeit bei ca. 135 Mitgliedern und steigt hoffentlich zukünftig noch an. Ab dem Jahr 2005 übernahm Herr Höfig den Vorsitz des Vereins. Der Verein konnte bisher von Jahr zu Jahr mehr Spendengelder organisieren, die direkt zur Verbesserung der Schulausrüstung sowie Förderung der vielfältigen Aktivitäten verwendet wurden.